Meine Brust gehört dir. Brei vs. Baby led weaning. Gedanken zum Thema Stillen Teil 2

Ok, das der Tag kommen wird, das war klar. Nur jetzt, gerade jetzt?! 

Nicht alles läuft nach Plan, so hatte ich doch vor noch einige Wochen, vielleicht Monate voll zu stillen, obwohl Rechts und Links schon ordentlich die Gläschen schnabuliert und der Beikostplan abgearbeitet wird, werden hier die 77 cm und 10 Kilo noch durch die Mama versorgt. 10 Kilo, ein wohlständiges Kerlchen und das nur durch Muttermilch, das erfüllt das Mutterherz doch schon ein wenig mit Stolz, wenn man mal das Geschleppe in den 6. Stock außer Acht lässt. 

Papa fiebert der Versorgung seines Sohnes mit richtigen Mahlzeiten, also Mahlzeiten mit Fleisch schon richtig entgegen, eigentlich von Beginn an. Die erste gemeinsame Gyros Pitta, nicht mehr weit  Er freut sich so sehr, dass der Thermomixvertreter seines Vertrauens ganz leichtes Spiel hatte. Der Thermomix zog schon vor einigen Monaten ein, schließlich ist aus Papas Sicht nur so die Versorgung seiner Sprösslings und die Entlastung der Mutter gesichert:-). Wie soll man Bitteschön anders den Brei selbst herstellen? Schließlich will man doch wissen, was im Essen steckt und alles selbst in die Hand nehmen. Als Familie kommt man sowieso um so ein Wundergerät nicht herum, meint Papa. Papa freut sich also aufs Breichen kochen. 

Derweil wurde der Tatsache allerdings auf unterschiedliche Art und Weise ins Auge geschaut. Mutti hat nämlich überhaupt keinen Bock auf Breichen, warum auch, wenn das Kind doch einfach mitessen kann, was der Rest am Tisch bekommt, in kleinen Häufchen oder Häppchen - Baby led wean. Natürlich ohne Gewürze und Salz, nicht das die Geschmacksknospen des Kindes verwirrt oder gar falsch gepolt werden. 

Das ganze bahnte sich bereits einige Wochen an, wann immer der Kleine die Möglichkeit hatte, langte er mit flacher Hand auf den Tisch oder besser noch, gleich auf den Teller und griff alles, was nicht niet- und nagelfest war. Das war das sicherste Zeichen, dass das Kind bereit sei für feste Nahrung. Also wurden Gurkensticks geschnitten und Möhrchen und Kartöffelchen gekocht, doch Fehlalarm. So sollte Muttis Baby led weaning Idee, also dem Baby gleich feste Nahrung anbieten, erstmal adakta gelegt werden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, Vater und Sohn feierten ihren inneren Parteitag, der das Motto "Endlich Brei" trug.

Und so starteten wir einige Zeit später nach einer "durchzechten Nacht" des Babys tatsächlich mit Brei, ich nenne ihn Breichen, weil ich Brei einfach nicht ernst nehme. Warum? Weiß ich nicht. Ich habe mir einfach vorgestellt, dass unser Baby keinen Brei möchte - von Anfang an. Die Kraft der mütterlichen Gedankenübertragung führte dazu, das Hanno zwar den Löffel in den Mund nahm, aber das, was auf dem Löffel war absolut blöd fand. 

Aus irgendeinem Grund haben wir es noch einige male versucht, Brei mit Wasser, Brei mit Muttermilch, Fruchtbrei, Rind, Lachs, das Kind hatte einfach keine Lust und das Essen landete überall nur nicht in seiner Schnute. 

Also weiter voll stillen.

Glücklicher Weise ergab sich die Situation, dass eine riesen Wassermelone zubereitet auf dem Tisch stand. Und siehe da, das Kind wollte Wassermelone, ja, Wassermelone. Ob es die attraktive Farbe war, der fruchtige Geruch? Egal, er stopfte sich den Mund damit voll, das ihm der Saft der Melone aus den Mundwinkeln lief. Hanno juchzte und freute sich, quietschte, lachte und grölte. Sie schien ihm zu schmecken, diese Zuckerbombe.

Jeder Versuch ihm ein Essmuster überzustülpen, obwohl wir da sehr moderat waren, funktionierte nicht. Hanno entschied sich ganz allein dazu Nahrung zu sich zu nehmen oder eben auch nicht. 

Immer wieder gibt es Tage, an denen er lieber an der Brust trinkt, als "normal" zu essen, dann wieder Tage, an denen er gerne seinen Häppchenteller vertilgt. 

Je mehr Stress ich mir damit machte, desto genervter und dünnhäutiger war ich im Bezug auf das Thema. Ich habe mich entschieden, ihn einfach machen zu lassen und fahre sehr gut damit. Er entdeckt immer wieder neue Nahrungsmittel, die ihm gefallen, spielt gern mit seinen Häppchen, summt und singt wohlig, wenn er futtert und ist ein glücklicher Esser - manchmal halt flüssig, manchmal fest, aber selten breiig und wenn, dann nur von guter Qualität.

 

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