Von der Lattemacciato-Mum zur Working- Mum

Bild:Steffi Sinzenich @gaumenfreundin
Bild:Steffi Sinzenich @gaumenfreundin

Der Tag würde kommen, dass war gewiss – jetzt ist er fast da, der letzte Tag meiner Elternzeit – mein erster Arbeitstag. Die letzten Monate schwebte das Damoklesschwert über uns.

Dank Flintenuschie, ehemals Mutti der Nation, zumindest meine persönliche Mutti der Nation, alias Ursula van der Leyen, selbst hundertfache Mutter und daher Profi im Buisiness, konnte ich ein ganzes Jahr zuhause bleiben und dem Mutterdasein fröhnen. Das, was sie auf den Weg gebracht hat, fand ich schon super, als es mich noch gar nicht betroffen hat, das Elterngeld. Man wird nicht reich davon, es ist weniger, als mein Gehalt, aber es ermöglichte mir ein Jahr hochkonzentriert Mama zu sein, langsam in meine Rolle hineinzuwachsen, mein Kind zu begleiten auf dem Weg in die Welt. Eins sei schon mal vorweggenommen, ich habe nie einen Job lieber gemacht, als den des vergangene Jahres. 

Vollzeitmama, Vollzeitmutti, Lattemacciatomum, Hausmütterchen oder Dauerurlauberin, alles Bezeichnungen, die ich tatsächlich zu hören bekommen habe,  für das, was ich die letzten elfeinhalb Monate gemacht habe. In vierzehn Tagen werde ich wieder zurück in meinen erlernten Job gehen, nicht in meinen Lieblingsjob, denn das ist definitiv der, den ich gerade ausübe. Ich fühle mich irgendwie gekündigt, will weiter die Lattemacciatomum sein, Zeit haben, Zeit genießen, alles mit Ruhe angehen, noch einen Sommer nur draußen sein, von früh bis spät, weil kein Termin ruft, kein Zeitdruck herrscht. Theoretisch könnte ich das, allerdings ohne Einkünfte, denn Elterngeld gibt es maximal ein Jahr, man kann es sich auch auf zwei Jahre aufteilen. Hätte in unserem Fall nicht gepasst. Ich gehe also wieder arbeiten und nur, dass das klar ist, ich klage nicht darüber. Ich bin Lehrerin. Ja, denkt ihr jetzt, was will die denn, die hat doch vormittags recht und nachmittags frei- ein Teilzeitjob, verbeamtet und fettes Einkommen. Darum geht es gar nicht.

 Ich freue mich in gewisser Weise auch wieder auf meine Arbeit, allerdings habe ich auch gleichzeitig Angst. Angst davor, die doppelte Belastung nicht zu schaffen. Zwei Jobs zu machen, die beide so viel Menschlichkeit abverlangen, so viel Aufmerksamkeit und Interaktion. Seit Wochen liege ich nachts wach, ja super, genau jetzt, wo das Baby mal nachts besser schläft, und mache mir Gedanken. Klappt das mit der Tagesmutter? Wie wird der Kleine es dort finden? Wird er mich vermissen, sich von mir entfernen, weil ich nicht mehr 24/7 am Start bin? Was erlebt er tagsüber? Wie wird meine Arbeit werden? Was wird mir abverlangt? Halte ich dieser Maschinerie stand?

www.likelife.de
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Mein kleines Baby, die letzten 351 Tage hat sich alles nur um dich gedreht, alles, und das war toll. Wie das so ist mit Abschieden, er fällt mir schwer, der Abschied von meiner Elternzeit, sehr schwer. Ich bin nicht für Abschiede gemacht, sie tun mir weh, ich habe Angst. Ich will das sie bleibt, am liebsten für immer oder zumindest bis du deinen Führerschein hast mein Kleiner.

Ich bin deine Mama, dein Anker, deine Insel, dein sicherer Platz - für immer.

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En jättefint dag

Jättefint!!! Defintiv, denn der Tag bei Jättefint in Köln war sehr gut, perfekt! Sehr gut ist die schwedische Übersetzung von jättefint. Woher ich das weiß? Ich liebe Schweden. Gefühlt habe ich meine halbe Kindheit in Schweden verbracht, bei meiner Familie, meinen Tanten, Onkels, Cousinen, Cousins und Großeltern. Ein kleiner Exkurs, den ich später erläutere.

Johanna Gruber, die Besitzerin des Kinderladens und Onlineshops Jättefint, deren Wurzeln in Schweden und Norwegen liegen, hatte zum wiederholten Mal zu einem Bloggerevent in ihrem Laden eingeladen. Gemeinsam mit ihrem skandinavischen Team, Maria Rodriguez von www.artventure-pr. und Mitarbeiter vieler Labels, die sie im Laden führt, hat sie einen wunderschönen Tag für uns auf die Beine gestellt. Bloomon und Partyerie sorgten für eine coole Deko.

Skandinavien ist für mich die Mutter des Stils, ich sage bewusst Skandinavien, denn viele meiner persönlichen Lieblingslabels stammen aus Schweden, Dänemark und Norwegen. Die haben es einfach drauf, brauchbare Mode und Accessoires zu designen. Seid ihr schon mal durch eine schwedische Stadt gegangen, wenn ja, versteht ihr mich sofort, wenn nein, solltet ihr es mal machen. Was mir dabei immer wieder auffällt, ist, dass die Menschen einfach schöner aussehen, Achtung, nicht besser, schöner! Das Phänomen ist mir immer wieder aufgefallen und ich bin irgendwann dahinter gekommen, woran es liegt, nicht am besseren Wetter, das ist schon mal klar. Die Menschen dort verstehen es auf eine bestimmte skandinavische Art und Weise, sich besonders gut zu kleiden und dadurch eine ganz andere und auf mich harmonischer und fröhlicher wirkende Ausstrahlung zu erlangen, die alles andere ist, als trist! Das gilt für Jung und Alt! Meine eigene schönste Kinderkleidung stammt fast ausschließlich aus Schweden. Meine Mutter schon war verliebt in die skandinavische Bekleidung, die sie als einfach viel schöner, einzigartiger und praktikabler beschreibt. In Deutschland hätte man so etwas wie meinen rosagepunkteten Regenmantel, mein Igelkleidchen und meine Holzkloggs niemals bekommen, damals, vor 36 Jahren. Zu meinem Mutterglück ist das jetzt anders. Und auch die Godies von Onfos Sweden mussten wir damals importieren – tütenweise. Sie wurden dann über das Jahr verteilt in kleinen Portionen ausgegeben.

 

Bunt geht immer - für Kinder

Beim Jättefint Bloggerevent war ich also quasi im 7. Himmel, denn die Labels Maxomorra, Lipfish, Blafre, Kids Concept, Lilybalou, Blade & Rose, Mint Sweden, Baby bites und Done by Deer ermöglichten uns einen tollen Blick hinter ihre Kulissen.

Johann von Maxomorra erzählte uns, wie er dazu kam Kindermode zu produzieren, nämlich, als er selbst zum ersten mal Vater wurde. Maxomorra produziert in Indien und ist GOTS zertifiziert, was mir persönlich sehr wichtig ist. Die Vorstellung, dass mein Kind von Kindern produzierte Kleidung trägt, ist keine Schöne. Global Organic Textile Standard Beinhaltet umfassende Richtlinien für eine ökologische und sozial verantwortliche Textilproduktion. Maxomorra erkennt man sofort. Bunten Alloverprints, die jedes Kinder,- aber auch Elternherz höher schlagen lassen und klare Schnitte, Kleidung die man den Kindern schnell an- und ausziehen kann, weil zum Beispiel die Overalls einen Reissverschluss bis zum Bein haben, sind ganz typisch. Die neue Kollektion besteht auch aus einfarbigen, ganz schlichten Teilen, die untereinander super kombiniert werden können, was mir super gefällt.

Jenny von Lipfish zeigte uns ihre brandneue Kollektion. Lipfish kannte ich bereits, denn Hanno hatte zur Geburt glücklicherweise ein Lipfish T-Shirt geschenkt bekommen, was uns so einige Male Tränen und Geknütter ersparte, denn Lipfish Kleidung ist zum Spielen und glücklich sein gemacht. Jedes der von Jenny designten Shirts ist mit einem Tierchen oder seit neustem auch mit einem Männlein versehen, mit dem man spielen kann. Auch Lipfish wird fair produziert, was das Kaufen zu einem noch größeren Spaß werden lässt.

Lilybalou Gründerin Anne zeigte uns ihre neuste Kollektion, die meinen Geschmack wirklich mit jedem einzelnen Teil total traf. Ich sag nur „Wearing pyjamas by look like wearing jeans!“ Noch bevor sie uns erzählte, dass die Designs unisex sind, dachte „ Entspannte Mode für Jungen und Mädchen, zeitlos und locker!“ Ganz besonders verliebt hatte ich mich in die Frottehose und das Shirt mit dem Aufdruck „Why grow up!“, das ich im Anschluss sogar für Hanno mitnehmen durfte, der übrigens mit mir zum Bloggerevent kam. Ich freu mich auf den SommerJ! Außerdem hat sie uns verraten, dass ihr Label um die Tochtermarke Liv+Lou erweitert wird. Ich bin schon ganz gespannt.    

Zu Weihnachten gab es bei uns schon tolle Teile von Blafre, einem norwegischen Label, das Menschen beschäftigt, die von einer Behinderung betroffen sind. Dieser Aspekt scheint vielleicht nebensächlich, ist mir allerdings von Berufswegen her, nicht unwichtig. Auch Blafre ist ein Unternehmen, das gegründet wurde, als Ingrid und Remi Eltern wurden. Eltern wissen, was gebraucht wird, was praktikabel ist und sind nah dran. Die Brotboxen, die in unserer Familie total beliebt sind, besonders die Treckerbox, machen den Pausensnack zum Spaßmoment und sogar Opa glücklich.

Kids Concept war nicht selbst vertreten, aber die Godiebox war eine wirkliche Überraschung. Der süße Koffer enthielt einen Kuschelhasen, den ich sofort als Kuscheltier von Teddykompaniet Bastad erkannte. Das hat mich persönlich riesig gefreut, denn Teddykompaniet Bastad gehört seit meiner Kindheit in mein Kinderzimmer. Damals allerdings noch von der Besitzerin selbst genäht, die sich durch das Nähen von Kuscheltierchen ihren Lebensunterhalt verdiente und eine Freundin meiner Tante ist. Zufälle gibt es! Selbst Hanno hat schon einen Stall voller Teddykompaniet Bastad Tierchen.

Blade& Rose war ebenfalls vertreten und wir erhielten einen Einblick in die kommende Kollektion. Stay tuned, die Teile sind wirklich cool. Blade& Rose hat übrigens nicht nur Leggins. Es gibt Spielsachen, Mützen, Jäckchen und Tops.

Mint Sweden verwöhnte uns mit tollem, zeitlosem Schmuck. Alles, nur kein Blingbling und das ist ganz nach meinem Geschmack.

Super cool war auch die Präsentation von Baby Bites. Baby Bites ist ein spanisches Label, das aber super mithalten kann mit den Skandinaviern und richtig coole allround Fusssäcke im Haidesign herstellt, die auch als Kinderzimmeraccessoire perfekt sind. Ich wette, da wird jeder kleine Kinderwagenmuffel plötzlich zum Kinderwagenliebhaber.

Done by Deer. Was soll ich sagen!? Unser Kinderwagen, das Kinderbett, die gesamte Wohnung - unsere Done by Deer Ausstattung reicht für ein Katalogshooting. Kinderaccessoires, die perfekt zu uns passen, in unsere Wohnung passen, ohne dass es aussieht, als sei man in einem Kinderspieleparadies und dazu noch praktikabel. Kennt ihr schon die Done by Deer Möbel?

Ich hab mich auch besonders gefreut Bloggerinnen kennzulernen, die ich bisher nur von Instagram oder Facebook kannte, mich auszutauschen und gemeinsam Spaß zu haben.

Und jetzt seid ihr dran. Ich habe einzelne Teile für euch mitnehmen dürfen, die ich hier in den kommenden Tagen an euch verlosen möchte.

En jättefint dag!

Tack sa mycket, Jättefint.

 

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Über die Einsamkeit der Schwangeren und Mütter

Immer wieder werden wir vor Entwicklungsaufgaben gestellt, das ist eine never ending Story.

 

Neulich fragte mich eine Freundin, eine gute Beobachterin und besonnene Person, ob man vereinsamt als Schwangere und später als Mutter. Ich stockte, hielt inne und dachte erst mal nach. Ich musste zunächst das Wort Vereinsamen auseinanderklamüsern, hinsichtlich seiner Bedeutung bezogen auf das Muttersein. Nichts veränderte mein Leben so sehr, wie die Nachricht schwanger zu sein. Die Schwangerschaft dauert zum Glück so lange, dass man sich in gewisser Weise langsam von seinem alten Leben verabschieden kann, dachte ich.

Das stimmt so nicht, denn es gibt viele Dinge, die man anders macht oder gar nicht mehr macht. Durchtanzte Nächte, ein Tisch mit weitaus mehr geleerten Sektflaschen, als Personen anwesend waren, spontane Wochenendaktionen. Klar, kann man all das machen, mit Einschränkungen, eine Zeit lang, Tanzen gehen zum Beispiel, wenn einen die Schwangerschaftsmüdigkeit nicht überkommt, alkoholfreien Sekt trinken, während sich die anderen betrinken.

Leben heißt Veränderung und es wäre langweilig, wenn alles so bleiben würde, wie es mal war. In jeder Lebensphase denkt man doch, jetzt ist die beste Zeit und genauso ging es mir in der Schwangerschaft. Mein Interesse lag darin, meine Schwangerschaft möglichst stress und sorgenfrei zu erleben. Soweit verständlich, oder? Im Vergleich zu dem Tempo, was ich zuvor vorgelegt habe, war das ein hohes Ziel.

Für mich eine Art Rollenidentifikation, aber nicht Rollenkonflikt.

Ich als Mutter.

Vereinsamen, ja, definitiv, denn das Mutter werden, Mutter sein, ist keine Partynacht, kein gemeinsamer Abend mit Freunden und passiert auch nicht immer zeitgleich mit deinem Umfeld. Das Leben dreht sich weiter, aber du steigst aus, steigst um, fährst einen andere Route, hast ein anderes Ziel, von Jetzt auf Gleich. Man sieht die Schwangerschaft vielleicht noch gar nicht, bei mir war das spät der Fall. Um weiter beim Bildlichen zu bleiben – du sitzt in einem anderen Boot. Du organisierst dich neu, musst das sogar, und das hinsichtlich so unendlich vieler Aspekte. Partys finden ohne dich statt, für Kino bist du zu müde. Und zack bist du raus. Als sei es nicht schon schmerzlich genug, dass das alte Leben irgendwie vorbei ist, hast du dein neues Leben noch gar nicht organisiert, gefüllt und strukturiert.

Mir tat das weh. Schlicht und ergreifend. Ich war oft sehr traurig. Allein.

Und dennoch mache ich niemandem einen Vorwurf, denn ich bin diejenige, die vor ihre neue Entwicklungsaufgabe gestellt wurde. Es ist meine Geschichte, mein Leben.

Und ehe du dich versiehst, merkst du, dass es fast jedem so geht, der in deinem Boot sitzt und schon hast du Mitfahrer. Neue Freunde sozusagen. Freunde, die du nicht getroffen hast, weil man das gleich Hobbie hat, die gleiche Musik hört oder Freunde, die man eh schon immer hatte. Sondern Freunde, die in der gleichen Situation stecken. Die Mutter werden, Eltern werden.

Die Situation der Verunsicherung, der Einsamkeit, sie brachte letztendlich neue Freundschaften, tolle Freundschaften. Ein Zugewinn also, diese Zeit der Verwirrung und Einsamkeit. Also unter dem Strich nicht plus minus Null, sondern ein Plus, ein klares Plus an Freundschaften.

 

 

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Oben ohne in der Stadt. Gedanken zum Stillen Teil 3

Es wird viel darüber geschrieben, sich aufgeregt, diskutiert und gebloggt.

Stillen in der Öffentlichkeit. Bevor ich selbst stillenden Mutter war, hab ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken darüber gemacht, was indirekt meine Meinung zu dem Thema gleich roh und nackt zeigen dürfte. Roh und nackt, da beginnt jetzt beim ein oder anderen das Kopfkino. 

Warum muss daraus so ein dickes Ding  (oder dicke Dinger) gemacht werden, frag ich mich?

Biste Mutter, verlierst du jedes Schamgefühl. Ja klar! 

"Was, spinnt die? Brüste raus, Kind dran. Geht gar nicht. Kann man das nicht bitte irgendwo machen, wo es niemanden stört? Ich hab keinen Lust die Brüste von XY zu sehen, echt jetzt."

Babys Hunger setzt jedes Gesetz außer Kraft, dass weiß jeder, der ein Kind hat. Er kommt meist plötzlich, zu ungeahntem Zeitpunkt und kennt niemals, grundsätzlich niemals ein Warten. "Schätzchen, warte, die Mama will grad noch schnell was anprobieren, Obst kaufen, sich schnell ein Versteck suchen oder was auch immer". Ist der Hunger da, dann ist er da und möchte bitte schön sofort "gestillt" werden, da ist und war jedes Baby gleich. Ja, jeder Mensch auf dieser Erde hatte dieses Bedürfnis mal, Wahnsinn.

Ist es plötzlich soweit, scannt Mutter die Lage, sucht sich ein Plätzchen und das Spiel beginnt. Mama macht den obligatorischen rechts-links Griff und holt die Brust raus. Erst Heute habe ich es mal wieder genauso beobachten können. Nein, das liegt nicht daran, dass Mamis sich gern an die Brüste fassen. Da gibts keinen Überraschungseffekt, schaut euch mal um. Immer das gleiche Spielchen, anders als bei einem Exhibitionisten, der Zack den Mantel öffnet um sein Gegenüber zu schocken oder selbst was auch immer zu empfinden. Nein, Mütter sind keine Exhibitionisten, das hätte der Ein oder Andere wohl gerne. Wir finden es auch nicht per se geil unsere Brüste überall rauszufummeln. Nein, wir "stillen" ein kindliches Bedürfnis, weil dieses kindliche Bedürfnis einfach nicht warten kann. Gibts da irgendwas anstößiges? Nein! Vielleicht ist die Gesellschafft außerhalb der Sauna und dem Strand doch prüder, als ich dachte, oder warum wird ständig überall darüber geredet, man in einen Nebenraum geschickt, ist mir grad erst passiert. Da war es einem Apotheker wohl lieber, dass ich unbeobachtet zwischen seinen Medikamenten hocke, als irgendeinen Kunden zu belästigen, dabei stand ein Sofa in der Apotheke, dass sehr einladend aussah. Alles kein Problem, aber bitte nicht unter dem Vorwand, "nicht das sich ein Kunde belästigt fühlt!". Es regnete in Strömen, es blieb mir nix anderes über. Stillen ist etwas sehr inniges und meist auch sehr dezentes, es ist nur nicht immer terminierbar. Man sieht die Brust gar nicht wirklich! Oder hat schon mal jemand von euch eine Mama oben ohne rumsitzen sehen? Also in der Stadt, nicht am Strand?! 

Damit allerdings nicht der Eindruck entsteht, hier würden alle über einen Kamm geschoren, gilt es auch die andere Seite zu beleuchten. Mein Baby war grad eine Woche alt, ich war also noch kein Profi im Stillen. Ich sitze im Wartezimmer einer Arztpraxis, als plötzlich das Baby anfängt zu schreien, kurze Panik, dann sofot der Gedanke, der Kleine hat Hunger. Ok, es ist eine Person anwesend. Ein älterer Herr, etwa achzig. Ich überlege kurz und entschließe mich dann ungekonnt das Stillprozedere zu beginnen. Es gibt eh kein Entkommen. Der Herr beobachtet mich wohlwollend, dann sagt er, "Mensch, da hat einer Hunger, sowas kann nicht warte. Meine Frau packt mir immer ein Butterbrot ein. Wissen sie, wenn ich Hunger habe, werde ich unausstehlich! Seien sie froh, dass sie jetzt in dieser Zeit Kinder haben. Früher hätte sich das keine Frau getraut. Die sind alle Zuhause geblieben. Ich habe selbst vier Kinder. Meine Frau ist in den eigenen vier Wänden in ein stilles Kämmerlein gegangen, um das Kind zu versorgen. Ist das nicht schade?"

Ja, dass ist es, sehr schade. 

Es gibt viele Menschen, die sehr wohlwollend reagieren, einfach normal reagieren, oder gar nicht reagieren. 

Sehen wir doch einfach so, einen Döner darf man doch auch auf jeder Parkbank essen, oder?

 

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Bulgur - Quinoa - Superfood - Bowl

Neulich hat mich eine leckere Foodist Healthy Box erreicht. Ich liebe diese Boxen. Wirklich jedesmal sind Leckereien dabei, die mich inspirieren und einfach super lecker und teilweise auch ganz neu für mich sind. Diesmal war es definitiv das Bulgur von IAM SUPERGRAINS.

 

Da ich mich fast ausschließlich vegetarisch ernähre, stehen Quinoa, Bulgur und co. sowieso häufig auf meinem Speiseplan, da sie mich mit Mineralstoffen wie zum Beispiel Eisen und Magnesium, welche besonders in der Stillzeit wichtig sind, optimal versorgen und dazu eine tolle Alternative zu den Pappsattmachern oder auch liebevoll Sättigungsbeilagen genannten Kartoffeln, Nudeln und Reis sind.

 

 

Zutaten:

250 Gramm IAM SUPERGRAINS BULGUR mit Kichererbsen und Schnittlauch

150 Gramm Quinoa

eine Tasse tiefgekühlte Erbsen (im Sommer natürlich frische Erbsen)

eine Tasse frische Granatapfelkerne

125 Gramm Schafskäse

3 Esslöffel Olivenöl

Saft einer kleinen Limette

Salz

Pfeffer

 

Als Variation habe ich 100 Gramm gebackene Süßkartoffelwürfel dazugegeben. Hm, lecker!

Quinoa nach Packungsangabe kochen, abkühlen lassen und anschließend mit dem Bulger vermischen. Die Erbsen, den Schafskäse, Olivenöl, Limettensaft, Salz und Pfeffer dazugeben und vorsichtig vermengen. Als Topping die Granatapfelkerne über den Salat geben. Easy Peasy fertig ist die Bulger - Quinoa - Superfood - Bowl.

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Meine Brust gehört dir. Brei vs. Baby led weaning. Gedanken zum Thema Stillen Teil 2

Ok, das der Tag kommen wird, das war klar. Nur jetzt, gerade jetzt?! 

Nicht alles läuft nach Plan, so hatte ich doch vor noch einige Wochen, vielleicht Monate voll zu stillen, obwohl Rechts und Links schon ordentlich die Gläschen schnabuliert und der Beikostplan abgearbeitet wird, werden hier die 77 cm und 10 Kilo noch durch die Mama versorgt. 10 Kilo, ein wohlständiges Kerlchen und das nur durch Muttermilch, das erfüllt das Mutterherz doch schon ein wenig mit Stolz, wenn man mal das Geschleppe in den 6. Stock außer Acht lässt. 

Papa fiebert der Versorgung seines Sohnes mit richtigen Mahlzeiten, also Mahlzeiten mit Fleisch schon richtig entgegen, eigentlich von Beginn an. Die erste gemeinsame Gyros Pitta, nicht mehr weit  Er freut sich so sehr, dass der Thermomixvertreter seines Vertrauens ganz leichtes Spiel hatte. Der Thermomix zog schon vor einigen Monaten ein, schließlich ist aus Papas Sicht nur so die Versorgung seiner Sprösslings und die Entlastung der Mutter gesichert:-). Wie soll man Bitteschön anders den Brei selbst herstellen? Schließlich will man doch wissen, was im Essen steckt und alles selbst in die Hand nehmen. Als Familie kommt man sowieso um so ein Wundergerät nicht herum, meint Papa. Papa freut sich also aufs Breichen kochen. 

Derweil wurde der Tatsache allerdings auf unterschiedliche Art und Weise ins Auge geschaut. Mutti hat nämlich überhaupt keinen Bock auf Breichen, warum auch, wenn das Kind doch einfach mitessen kann, was der Rest am Tisch bekommt, in kleinen Häufchen oder Häppchen - Baby led wean. Natürlich ohne Gewürze und Salz, nicht das die Geschmacksknospen des Kindes verwirrt oder gar falsch gepolt werden. 

Das ganze bahnte sich bereits einige Wochen an, wann immer der Kleine die Möglichkeit hatte, langte er mit flacher Hand auf den Tisch oder besser noch, gleich auf den Teller und griff alles, was nicht niet- und nagelfest war. Das war das sicherste Zeichen, dass das Kind bereit sei für feste Nahrung. Also wurden Gurkensticks geschnitten und Möhrchen und Kartöffelchen gekocht, doch Fehlalarm. So sollte Muttis Baby led weaning Idee, also dem Baby gleich feste Nahrung anbieten, erstmal adakta gelegt werden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, Vater und Sohn feierten ihren inneren Parteitag, der das Motto "Endlich Brei" trug.

Und so starteten wir einige Zeit später nach einer "durchzechten Nacht" des Babys tatsächlich mit Brei, ich nenne ihn Breichen, weil ich Brei einfach nicht ernst nehme. Warum? Weiß ich nicht. Ich habe mir einfach vorgestellt, dass unser Baby keinen Brei möchte - von Anfang an. Die Kraft der mütterlichen Gedankenübertragung führte dazu, das Hanno zwar den Löffel in den Mund nahm, aber das, was auf dem Löffel war absolut blöd fand. 

Aus irgendeinem Grund haben wir es noch einige male versucht, Brei mit Wasser, Brei mit Muttermilch, Fruchtbrei, Rind, Lachs, das Kind hatte einfach keine Lust und das Essen landete überall nur nicht in seiner Schnute. 

Also weiter voll stillen.

Glücklicher Weise ergab sich die Situation, dass eine riesen Wassermelone zubereitet auf dem Tisch stand. Und siehe da, das Kind wollte Wassermelone, ja, Wassermelone. Ob es die attraktive Farbe war, der fruchtige Geruch? Egal, er stopfte sich den Mund damit voll, das ihm der Saft der Melone aus den Mundwinkeln lief. Hanno juchzte und freute sich, quietschte, lachte und grölte. Sie schien ihm zu schmecken, diese Zuckerbombe.

Jeder Versuch ihm ein Essmuster überzustülpen, obwohl wir da sehr moderat waren, funktionierte nicht. Hanno entschied sich ganz allein dazu Nahrung zu sich zu nehmen oder eben auch nicht. 

Immer wieder gibt es Tage, an denen er lieber an der Brust trinkt, als "normal" zu essen, dann wieder Tage, an denen er gerne seinen Häppchenteller vertilgt. 

Je mehr Stress ich mir damit machte, desto genervter und dünnhäutiger war ich im Bezug auf das Thema. Ich habe mich entschieden, ihn einfach machen zu lassen und fahre sehr gut damit. Er entdeckt immer wieder neue Nahrungsmittel, die ihm gefallen, spielt gern mit seinen Häppchen, summt und singt wohlig, wenn er futtert und ist ein glücklicher Esser - manchmal halt flüssig, manchmal fest, aber selten breiig und wenn, dann nur von guter Qualität.

 

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5 Minuten Haferflocken-Bananen Cookies für die ganze Familie

Gestern stand ich in der Küche und stellte fest, dass wir viel zu viele Bananen hatten. Das Resultat aus meinem Backflash gibts jetzt für euch als Rezept. 

 

Grundzutaten:

2 Bananen

200 g Haferflocken

 

Toppings:

Zimt

Walnüsse

Chia

Extra:

etwas Mandelmilch (dadurch werden die Cookies weicher)

 

Zubereitung:

Bananen zerdrücken, Haferflocken und eventuell Toppings hinzufügen. Dann 10 Minuten ziehen lassen. Den Ofen auf 190 Grad vorheizen. Mit einem Löffel kleine Häufchen auf ein Backblech geben. Je flacher die Masse ist, desto knuspriger werden die Cookies.

Für die Minis fertigt man die cookies alternativ mit Schmelzflocken an. Hanno liebt seine Schmelzflocken - Bananen Cookies. 

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Madeira...on bike

Winter...Sonne...Sonnenschein...! Wer für die dunklen und kalten Wintertage einen Spot zum Bike sucht, ist auf Madeira perfekt aufgehoben. Abfahrten erleben und dabei vom Duft der Eukalyptusbäume umgeben sein - frische Mango vom Baum - Madeira lässt das Feeling der Tropen aufkommen, und das in Europa. Meiner Meinung nach ist Madeira um Längen besser, als Finale Ligure - und günstiger. obendrein.

 

 

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Meine Brust gehört dir! Brust vs. Fläschchen Gedanken zum Stillen Teil 1

Die Stillenden fühlen sich stark, stärker, als die Mami, (ich nenne sie bewusst in der Einzahl, da es ja nur wenige gibt) die mit Milchpulver und abgekochtem Wasser im Park aufläuft und unter den großen Augen aller fast schon beschämt das Fläschchen vorbereitet.

Es gibt so viele Dinge, bei denen sich Eltern uneins sind, aber wenn´s ums Stillen geht, pfeifen fast alle die selbe Musik.

Wo bleibt denn da die Individualität, die Meinungsfreiheit, die Akzeptanz?

 

Ich selbst finde, dass es kaum etwas schöneres gibt, als sein Kind zu stillen. Es macht mich stolz zu sehen, wie der Kleine wächst und das nur durch mich. Ich habe meinen Freund schon öfter gefragt, ob er mich nicht total beneidet ums Stillen. Nein, tut er definitiv nicht. Komisch!?

Die Natur hat das schon genial eingerichtet. Danke Natur. Stillen ist innig und verbindet, es ist kuschelig, es bereitet mir wirklich viel Freude und auch der Mitternachtsschmaus, der auch mal auf vier kleine Häppchen zwischen 22 Uhr und 8 Uhr morgens aufgeteilt wird, macht mir nichts aus, wirklich. 

Ich fühle mich deshalb aber nicht als bessere Mutter oder gar besserer Mensch. Mutter sein, ist ja auch definitiv mehr als sein Kind zu stillen. 

 

 

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Seit du da bist...

Alles neu...

 

Seit dreieinhalb Monaten bin ich Mutter. Irgendwie habe ich das Gefühl verloren in 24 Stunden zu denken, in Tagen und in Wochen. Meine Zeit läuft grad anders. Meine Zeit, diese Worte klingen irgendwie nach. Meine Zeit ist nicht mehr nur meine Zeit, es ist unsere Zeit, denn Hanno ist allgegenwärtig, ob er schläft, ob er wach ist, wenn ich schlafe oder koche. Er ist da, immer dabei, sowieso, da er gestillt wird. Nie bin ich länger als eineinhalbstundend allein unterwegs. Und selbst dann ist er dabei, in meinen Gedanken. Das kam sowieso bis jetzt erst zweimal vor. 

 

 

 

 

 

Meine Gedanken überschlagen sich oft. Am Anfang war ich zeitweilig wie gelähmt, das Denken daran, nie mehr allein zu sein, denn so fühlt es sich an, wenn man von Null auf Hundert in seiner neue Rolle als Mutter agiert, machte Angst. Ich habe tatsächlich Angst gespürt. Ein hin- und hergerissen sein von Freude und Trauer. Freude über mein Kind und zeitgleich Trauer darüber, dass mein Altes Leben vorbei war. Ein für alle mal. Darf ich so etwas überhaupt denken, muss ich nicht einfach nur dankbar sein. Ein Dilemma. 

 

 

Eine Aufgabe, auf die man sich nur bedingt vorbereiten kann. All meine Vorstellungen vom Muttersein, waren trotz intensiver Auseinandersetzung von der Realität in manchen Bereichen weit entfernt. Ich starrte Hanno stundenlang an und konnte und kann es tatsächlich teilweise immer noch nicht glauben, dass er mein Kind ist. Oft höre ich mich ihm sagen, "Du bist mein Kind und ich bin deine Mama! Ich bins, deine Mama!"

 

Und dann vergehen Tage und Wochen und plötzlich ist man angekommen in seinem neuen Leben. Zumindest meistens. Die Wolke in der man sich befand löst sich auf und plötzlich macht alles Sinn. 

 

 

Dafür muss man übrigens nicht Mutter oder Vater werden. Das Gefühl, seinen Herausforderungen nicht gewachsen zu sein, kennt man doch aus seinem Leben. Macher mehr, mancher weniger, aber erleben tut es jeder mal. Der erste Schultag, der Auszug, die erste Trennung. Das Leben verändert sich, bringt Neues - neue Jobs, neue Freunde, neue Partner, neue Herausforderungen. Und wenn man zurückblickt, hatte jede Zeit auch Gutes, Lehrreiches, Freudiges, Spaßiges. Leben heißt Veränderung - kein Tag ist gleich. Manche Tage machen einfach Angst. Jahre später, mit Abstand und Klarsicht, kann man das oft nicht verstehen. War doch alles gar nicht so schlimm, oder zumindest hat man es gemeistert bekommen, meistens. Abgesehen von Dingen, die nicht wirklich zu meistern sind, die man hinnehmen muss.

 

 

Oft kommt mir der zuvor so oft zitierte Satz, "Du wirst die Welt mit Kinderaugen neu entdecken!", in den Sinn. Das ist so, weil sich diese kleinen Menschen so rasend schnell entwicklen und wirklich jeden Tag viele neue Dinge kennenlernen und erobern. Sie sind erschrocken und neugierig zugleich. Plötzlich ist alles zu viel und nur Mamas oder Papas Arm hilft. Aber vor allem ist mir dieser Satz aber so wichtig, weil ich dadurch so viel verstehe. Ich versteh, dass es menschlich ist, Angst vor neuem zu haben. Freude und Leid nebeneinander zu spüren. Kindern gesteht man das einfach zu. Als Erwachsener aber, soll man alles meistern. Oft denke ich an mein "inneres Kind" und beruhige mich. Neues darf Angst machen, man darf auch verzweifeln, egal vor welche Herausforderung man gestellt wird, sich Zeit lassen und langsam handeln, Fehler machen. Das durfte ich als Kind doch auch und wurde in solchen Momenten schützend in den Arm genommen. Und beim Blick zurück sehen ich, dass der Weg das Ziel ist.

 

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